Linus Hilgenstock Linus Hilgenstock

Ein Wort über Kunst

Weiche noch nicht Freund, Freundin. Es ist die Kunst die uns verbindet. Es ist auch die Kunst die mich mit Friedrich Schiller verbindet, obwohl dieser schon seit Jahrhunderten nicht mehr unter uns weilt. Man sieht, die Kunst ist immer der Zeit voraus. Sie schafft Räume für Möglichkeiten. Und diese Möglichkeiten zu leben ist Aufgabe jedes Künstlers. Dabei muss es ihm theoretisch genügen, der einzige Beobachter seiner Kunst zu sein. Denn man muss es um der Kunst willen tun. Eine mögliche Beschreibung von Liebe ist das gemeinsame erleben und vielleicht sogar zusammenlegen von Kunsträumen und ihren Möglichkeiten. Kunst findet generell nur im Inhalt statt, sie kann sich aber nicht formlos bewegen oder bemerkbar machen. Meditation kommt formloser Kunst nahe, ist aber dadurch auch nur alleine erlebbar.
Wird die Kunst in Texte oder in Noten oder sonst wie in Dauer gebracht, kann sie ihre Wirkung für jeden Beobachter erfahrbar machen. Das gemeinsame Wahrnehmen und der Austausch über dauerhafte Kunst ist eine von wenigen Möglichkeiten Sinn im Leben zu stiften. Das Leben sollte doch mehr als nur ein kühles, mechanisches Funktionieren sein. Man sollte es mit Brücken zu gemeinschaftlichem Erleben von Sinn versehen. Und der Kunstraum ist einer der wenigen Räume, der genau das möglich macht.

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unbekannte Stimme

Das erste Hören einer bisher unbekannten Stimme lässt 90 Prozent ihrer Geheimnisse und auch ihr Alltägliches erahnen.
Es gibt so liebliche Geschöpfe, dass man es fast nicht für möglich hält. In der Regel verliebe ich mich in den Vater gleich mit. Und wenn ich selbst einmal eine Tochter hätte würde ich anstreben, ihr Lachen noch perfekter als das meiner Frau erklingen zu lassen.

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Künstlicher Liebesbrief

Künstlicher Liebesbrief

Mir fehlt der Geruch von Kaffee am Morgen und wie deine Küsse die Nacht aus meinem Gesicht trieben. Und wie sie den Tagesanbruch betteten in Vertrauen. Das Licht deiner Augen zog mich in seinen Bann, ich glaube es hat mich jeden Tag neu besiegt. Ein Kampf den ich gerne verlor. Deine Nähe war stets hell, war überbelichtet. Dein so formloses, liebliches Vertrauen ermöglichte uns Tage völliger Zeitlosigkeit. Wie in einem Märchen war es mit dir, alles geschah scheinbar an einem einzigen Tage. Nur das Jetzt und das gemeinsame Erleben zählte. Wir streiften durch verwunschene Wälder, ließen dem Geist Raum, fanden uns in vertrauensvollen mystischen Räumen. Manchmal triumphierte dein Mund über mich und es war Traum, Raum und Zeit vergessen.
Noch lange nach meinem Tode erinnerte ich mich an Wangen wie Rosengärten, an Füße wie Porzellan, an mein schlafendes Gesicht in deinen Händen. Wie süßer Honig liefen die Erinnerungen durch meinen Geist. Mein Gebot war dein Lächeln, das bis in mein dunkelstes sein Licht warf und erheiterte. So aufgehellt waren die Tage wie milde Sonnen. Mein Steinpanzer aus Schuldgefühlen wurde von Tag zu Tag leichter, bekam Risse und zerfiel, wurde zu Erde und wurde vergessen. Nach meinem Tod musste ich dich wieder der Form überlassen. Mir blieb nur das Märchen erhalten.
Und ich lehnte alle ab, die Vergangenheit über dich sprechen wollten. Nun sieh doch, diese Tränen überkommt mich noch nach all den toten Jahren und sie reflektiert mit ihrem kleinen Licht immer noch dein Lächeln.

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Liebe verstehen

Du willst die Liebe verstehen? Dann begreife, dass sie nicht stets mitläuft wie die Zeit.
Sie verhält sich eher wie ein Märchen, indem alles an einem Tag geschieht.
Das könnte bedeutet, dass alle durch Liebe motivierte Handlungen zu jeder Zeit gleichwertig sind.

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